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Der Neid - eine Krankheit des Herzens -

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Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.

ALLÂHU Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Haschr, Âyah 18:

﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ ءامَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَلْتَنْظُرْ نَفْسٌ مَا قَدَّمَتْ لِغَدٍ وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ 18

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, seid rechtschaffen, indem ihr die Pflichten, die Gott euch auferlegte, nicht unterlasst; und der Diener Gottes soll überlegen, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat.    Seid rechtschaffen, indem ihr die Sünden unterlasst; gewiss ALLÂH ist wissend über eure Taten.

Brüder im Islam, ALLÂHU Ta^âlâ befahl uns in dieser Âyah die Rechtschaffenheit und befahl uns, uns selbst zur Rechenschaft zu ziehen, indem jeder von uns darauf achtet, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat.

Wer Gutes verrichtet hat, sollte ALLÂH dafür danken und standhaft darin bleiben; und wer Schlechtes ausgeführt hat, hat dies zu bereuen, sollte ALLÂH um Vergebung bitten und hat sein Herz zu heilen, denn am Tag des Jüngsten Gerichts nutzen das Vermögen und das Kind nicht, außer demjenigen, in dessen Herz sich kein Unglaube befindet. Die Heilung des Herzens liegt darin, dass es von allen schlechten Eigenschaften, die den Menschen in die Verderbnis führen, frei gehalten wird. Zu den Krankheiten des Herzens gehört der Neid. Der verbotene Neid bedeutet, dass man es hasst, dass ein Muslim Gaben erhalten hat, ihm diese Gaben zu missgönnen und entsprechend diesem Empfinden zu handeln.

Bruder im Islam, solltest du bemerken, dass du es für einen Muslim gehasst hast, dass er eine Gabe erhalten hat und du ihm diese missgönnt hast und im Herzen den Entschluss gefasst hast, darauf hinzuarbeiten, dass er diese Gabe verliert oder etwas gesagt oder getan hast, damit er sie verliert, dann wisse, dass du damit gesündigt hast.

Brüder im Islam, in der heutigen Zeit bemerken wir, dass viele Menschen von dieser Krankheit des Herzens befallen sind, so geschieht es, dass manch einer von diesen Menschen es einem Muslim missgönnt, eine Gabe erhalten zu haben, es für ihn hasst und sich wünscht, dass jener diese Gabe verliert und darauf hinarbeitet, dass er sie verliert. Das kann diesen Menschen sogar soweit führen, zu lügen und zu betrügen und alles zu tun, wozu er in der Lage ist, damit jener diese Gabe verliert. An den Neider gilt die Frage: „Magst du es, dass dir dieses angetan wird?“ ALLÂHU Ta^âlâ befahl Seinem Propheten, Gott um Schutz vor dem Schaden des Neiders zu bitten.

ALLÂHU Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Falaq:

﴿قُلْ أَعُوذُ بِرَبِّ الْفَلَقِ 1 مِنْ شَرِّ مَا خَلَقَ 2 وَمِنْ شَرِّ غَاسِقٍ إِذَا وَقَبَ 3 وَمِنْ شَرِّ النَّفَّاثَاتِ فِي الْعُقَدِ 4 وَمِنْ شَرِّ حَاسِدٍ إِذَا حَسَدَ 5﴾

Die Bedeutung lautet: Sage (o Muhammad): Ich ersuche Schutz beim Schöpfer des Morgens vor dem Schlechten, welches Er erschaffen hat, und vor dem Schaden der Dunkelheit der Nacht, wenn sie einbricht, und vor dem Schaden derer, die in die Knoten pusten (des Zaubers wegen) und vor dem Schaden des Neiders, wenn er seinen Neid zeigt.

ALLÂH befahl somit, Schutz vor dem Neider zu ersuchen, der seinen Neid zeigt, indem er entsprechend seines Neides handelt, da erst dann sein Neid eine Auswirkung hat. Wenn er seinen Neid aber nicht nach Außen trägt, dann trägt niemand einen Schaden davon - außer dem Neider selbst aufgrund des Kummers, den er wegen der Gaben anderer verspürt.

Bruder im Islam, sei gewarnt vor dem Neid, denn der Neid führte schon dazu, dass einer der Söhne des Propheten Âdam seinen Bruder tötete. Wehe dir vor dem Neid; gewiss, ALLÂHU Ta^âlâ ist Derjenige, Der Seine Diener versorgt und ihre Versorgung vorherbestimmt hat, somit wird niemand die Versorgung eines anderen erhalten, denn was ALLÂH vorherbestimmt hat, wird geschehen, da sich die Vorherbestimmung Gottes nicht verändert.

Es deutet auf die Unwissenheit des Menschen hin, der darauf hinarbeitet, dass die Gabe seines Bruders im Islam von diesem verloren geht und auf ihn übergeht, denn wenn etwas nicht für dich vorherbestimmt wurde, dann wirst du nicht daran gelangen; und was für dich vorherbestimmt wurde, das wirst du auf jeden Fall erhalten, so belaste dein Herz nicht damit, dich zu fragen, was für dich vorherbestimmt wurde. Möge ALLÂH uns schützen.

Brüder im Islam, in vielen Fällen fällt der Schaden des Neiders auf ihn zurück, so hört von mir die folgende Geschichte, die der Hadîth-Gelehrte al-´Asbahâniyy im Werk „al-Hilyah“ über Bakr Ibn ^Abdi l-Lâh überlieferte: In vergangener Zeit lebte ein König, der einen Bediensteten hatte, der dem König sehr nahe stand. Dieser Bedienstete sagte zum König: „Sei gütig zum Gütigen und lasse vom schlechten Menschen ab.“ Ein Mann beneidete diesen Bediensteten aufgrund seiner Gunst beim König und sagte zum König: „Dieser Bedienstete sagt zu den Menschen, dass du üblen Mundgeruch hättest.“ Der König sagte: „Wie kann ich mich davon vergewissern?“ Der Neider sagte: „Wenn er kommt, dann fordere ihn auf, sich dir zu nähern, dann wird er sich die Nase zuhalten.“ Dann ging der Neider und lud den Bediensteten des Königs zu sich nach Hause ein und servierte ihm eine Suppe mit viel Knoblauch. Als der Bedienstete am nächsten Morgen zum König kam, befahl der König ihm, sich zu nähern, um ihm etwas zu sagen. Als der Bedienstete sich dem König näherte, hielt er sich die Hand vor den Mund und die Nase, dann verlangte der König nach dem Tintenfass, schrieb einen Brief, versiegelte ihn und befahl dem Bediensteten, den Brief zu einer bestimmten Person zu bringen. Die übliche Belohnung des Königs war sehr üppig.

Als der Bedienstete mit dem Brief hinaus ging, hielt der Neider ihn an und fragte ihn danach. Als der Bedienstete ihm berichtete, was sein Auftrag war, bat ihn der Neider, ihm diese Aufgabe zu übergeben und der Bedienstete übergab sie ihm. Der Neider überbrachte den Brief an die besagte Person und als diese den Brief las, bestellte sie die Henker und befahl ihnen, den Boten des Briefes hinzurichten. Der Neider sagte dann: „Seid gottesfürchtig, das ist ein Irrtum, fragt doch den König.“ Sie sagten: „Wir sind nicht in der Lage, den König zu fragen.“ Im Brief stand geschrieben: „Wenn der Bote dieses Schreibens ankommt, dann richtet ihn hin, zieht ihm die Haut ab, stopft ihn mit Stroh aus und bringt ihn zu mir.“ Sie richteten ihn hin, zogen ihm die Haut ab, stopften ihn mit Stroh aus und brachten ihn zum König. Als der König ihn sah, war er überrascht und forderte den Bediensteten auf, ehrlich zu antworten und fragte ihn: „Als ich dir befahl, dich mir zu nähern, warum hast du dir die Hand vor die Nase gehalten?“ Darauf sagte der Bedienstete: „Dieser lud mich zu sich zum Essen ein und servierte mir eine Suppe, in die er viel Knoblauch getan hatte. Als ich mich dann dem König nähern sollte, wollte ich nicht, dass ich ihn mit dem Geruch des Knoblauchs störe.“ Der König belohnte ihn daraufhin mit viel Vermögen.

O ALLÂH, wir bitten dich um Schutz.

Dies dazu und ich bitte ALLÂH um Vergebung für euch und mich.